MPU Ablauf — Schritt für Schritt vom Führerscheinentzug bis zur Wiedererteilung

Eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist kein unüberwindbares Hindernis — aber sie erfordert Vorbereitung, Offenheit und Zeit. Dieser Artikel erklärt den gesamten Ablauf: von dem Moment, in dem die Anordnung kommt, bis zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.

Was ist eine MPU?

Die MPU ist eine amtlich angeordnete Eignungsuntersuchung für Kraftfahrer. Sie prüft, ob eine Person trotz auffälliger Vorgeschichte (Alkohol, Drogen, Punkte, Straftaten) weiterhin geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Die Untersuchung wird von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen (z.B. TÜV, DEKRA, pima-mpu) durchgeführt — nicht von der Führerscheinbehörde.

Schritt 1: Die MPU-Anordnung

Die Fahrerlaubnisbehörde (Landratsamt oder Bürgeramt) fordert Sie schriftlich auf, eine MPU zu absolvieren. Die Anordnung enthält:

  • Den Anlass (Delikt, Punktestand, Auffälligkeit)
  • Die Frist, bis wann die MPU-Ergebnisse vorzulegen sind
  • Hinweise, bei welchen Begutachtungsstellen die MPU absolviert werden kann

Wichtig: Die Frist ist bindend. Wenn Sie keine MPU ablegen oder kein Gutachten vorlegen, gilt dies als Verweigerung — die Behörde entzieht die Fahrerlaubnis oder lehnt den Antrag auf Wiedererteilung ab.

Schritt 2: Begutachtungsstelle wählen

Sie können die Begutachtungsstelle selbst wählen — das Gutachten muss von einer amtlich anerkannten Stelle kommen (BASt-Liste). Prüfen Sie vor der Buchung: Wartezeiten (oft 4–8 Wochen), Erreichbarkeit und ob die Stelle Ihrem Delikttyp entsprechend spezialisiert ist.

Schritt 3: MPU-Vorbereitung

Die Phase zwischen Anordnung und MPU-Termin ist die wichtigste. Eine MPU besteht aus vier Bausteinen:

  • Leistungstest: Reaktion, Konzentration, Linienverfolgung — beeinflussbar durch Training und ausreichend Schlaf
  • Fragebogen: Standardisierter Persönlichkeitstest — wichtig: ehrlich und konsistent beantworten
  • Ärztliche Untersuchung: Blut- und Urinwerte, Blutdruck — bei Alkohol- oder Drogen-MPU besonders relevant
  • Psychologisches Gespräch: Der entscheidende Baustein — Gutachter prüft Reflexionstiefe, Einsicht und Zukunftsstrategie

Ein qualifizierter MPU-Berater kann Sie auf alle vier Bausteine gezielt vorbereiten.

Schritt 4: Die MPU selbst

Die Untersuchung findet an einem Termin bei der Begutachtungsstelle statt und dauert in der Regel 3–5 Stunden. Die vier Bausteine finden teils nacheinander, teils parallel statt. Nach der Untersuchung erhalten Sie das Gutachten — entweder direkt oder per Post innerhalb von 2–4 Wochen.

Schritt 5: Das Gutachten

Das Gutachten ist positiv oder negativ:

  • Positiv: Sie sind geeignet — die Behörde erteilt die Fahrerlaubnis wieder oder verlängert sie.
  • Negativ: Sie sind (noch) nicht geeignet — das Gutachten enthält in der Regel Hinweise, was verbessert werden muss. Ein negatives Gutachten darf — und sollte — nie bei der Behörde eingereicht werden. Es gibt keine Pflicht zur Vorlage eines negativen Gutachtens.

Schritt 6: Wiedererteilung der Fahrerlaubnis

Nach positivem Gutachten stellen Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde einen Antrag auf Wiedererteilung. Neben dem Gutachten werden in der Regel benötigt: Lichtbild, Sehtest, Erste-Hilfe-Nachweis (je nach Bundesland und Dauer des Entzugs). Die Bearbeitungszeit beträgt einige Tage bis Wochen.

Häufige Fragen zum MPU-Ablauf

Wie lange dauert der gesamte Prozess?

Von der Anordnung bis zur Wiedererteilung sind typischerweise 6–12 Monate realistisch — je nach Vorbereitungszeit, Wartezeit bei der Begutachtungsstelle und Bearbeitungszeit der Behörde.

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der MPU?

Je nach Quelle und Delikttyp fallen 30–50 % der MPU-Kandidaten beim ersten Versuch durch. Bei gezielter Vorbereitung sinkt diese Quote erheblich.

Kann man die MPU wiederholen?

Ja. Nach einer angemessenen Wartezeit (in der Regel 3–6 Monate) kann die MPU wiederholt werden. Die Behörde setzt die Bedingungen fest.

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Haben Sie noch Fragen zur MPU-Vorbereitung? Marco Schleehuber steht Ihnen persönlich zur Verfügung.

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