MPU Cannabis — Alles zur MPU nach Cannabiskonsum

Was Sie auf dieser Seite erwartet

Cannabis ist in Deutschland seit April 2024 in bestimmten Grenzen legal – aber im Straßenverkehr und im MPU-Recht hat sich weniger verändert, als viele gehofft hatten. Wer unter Cannabiseinfluss am Steuer erwischt wurde oder wessen Führerschein wegen Cannabiskonsums auf dem Spiel steht, muss mit denselben oder ähnlich strengen Anforderungen rechnen wie zuvor.

Diese Seite gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alles, was bei einer MPU wegen Cannabis relevant ist: die aktuelle Rechtslage, Grenzwerte, Abstinenznachweise, die Besonderheiten bei medizinischem Cannabis und das, was den Gutachter im Gespräch wirklich interessiert.


Für wen ist dieser Ratgeber?

Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die wegen Cannabiskonsums im Straßenverkehr eine MPU-Aufforderung erhalten haben oder damit rechnen – ob Gelegenheitsnutzer oder Personen mit längerem Konsum. Auch Personen, die medizinisches Cannabis einnehmen und sich fragen, was das für ihre Fahrerlaubnis bedeutet, sind hier richtig.


Die häufigsten Fragen und Probleme

  • Darf ich nach der Legalisierung trotzdem zur MPU?
  • Ab welchem THC-Wert droht eine MPU?
  • Wie lange ist THC im Blut und Urin nachweisbar?
  • Muss ich bei Cannabis-MPU vollständig abstinent sein?
  • Was ist mit medizinischem Cannabis?
  • Darf ich nach dem Konsum überhaupt noch Auto fahren?
  • Was wird im Gespräch gefragt?

Überblick: Alle Unterthemen bei der MPU wegen Cannabis

Cannabis & Führerschein: Was die Legalisierung 2024 wirklich geändert hat

Mit dem Cannabisgesetz (CanG) wurde der Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene in bestimmten Mengen legalisiert. Was sich nicht geändert hat: das Verbot, unter Cannabiseinfluss Auto zu fahren.

Neu seit August 2024 ist der gesetzliche THC-Grenzwert im Straßenverkehr: 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Wer diesen Wert überschreitet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Wichtig: Ein Führerscheinverlust durch Cannabis kann auch dann eintreten, wenn der Konsum selbst legal war. Entscheidend ist, ob Fahren und Konsum zeitlich so zusammenfallen, dass eine Beeinträchtigung plausibel ist.


Cannabis Grenzwerte: Was ab wann gilt

Der THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum ist der entscheidende Schwellenwert für den Straßenverkehr.

THC vs. THC-COOH – ein wichtiger Unterschied: Im Blut werden zwei verschiedene Werte gemessen. THC ist die akut berauschende Substanz – dieser Wert sinkt relativ schnell nach dem Konsum. THC-COOH ist ein inaktives Abbauprodukt, das vor allem bei regelmäßigem Konsum noch wochenlang nachweisbar ist.

Wichtige Unterscheidungen:

  • Gelegentlicher Konsum: Bei nachgewiesenem gelegentlichem Konsum und Fahruntüchtigkeit kann die Fahrerlaubnisbehörde trotzdem aktiv werden.
  • Regelmäßiger Konsum: Wer regelmäßig Cannabis konsumiert, gilt als nicht mehr geeignet, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen – unabhängig vom aktuellen THC-Wert.
  • Kombinationskonsum: Alkohol plus Cannabis ist besonders kritisch und wird strenger bewertet.


Cannabis Abstinenznachweis: Was gilt und was verlangt wird

Wenn Abstinenz verlangt wird, muss diese durch Labortests belegt werden. Bei Cannabis gelten dabei einige Besonderheiten: THC-Metabolite (vor allem THC-COOH) sind bei regelmäßigem Konsum noch wochenlang im Urin nachweisbar – bei sehr schwerem Konsum sogar länger.

Wie lange ist THC im Körper nachweisbar?

  • Im Blutserum: wenige Stunden bis ein bis zwei Tage (THC); Metabolite länger
  • Im Urin: bei Gelegenheitskonsumenten drei bis vier Tage; bei regelmäßigem Konsum bis zu vier Wochen oder länger
  • In der Haaranalyse: Monate (je nach Haarlänge)


Medizinisches Cannabis und MPU: Ein wichtiger Sonderfall

Wer Cannabis aus medizinischen Gründen einnimmt – etwa gegen chronische Schmerzen, Schlafstörungen oder Spastiken – befindet sich in einer rechtlich komplexen Situation. Medizinisches Cannabis ist legal. Trotzdem kann es zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit führen, und ein Rezept schützt Sie im Straßenverkehr nicht automatisch.

Das Rezept allein schützt nicht: Ein gültiges Rezept ist keine Lizenz zum Fahren unter Cannabiseinfluss. Wer mit einem Wert über 3,5 ng/ml THC im Blutserum am Steuer angehalten wird, begeht auch mit medizinischem Cannabis eine Ordnungswidrigkeit.

Wenn Sie medizinisches Cannabis einnehmen und eine MPU-Aufforderung erhalten haben, ist eine individuelle Beratung unbedingt empfehlenswert.


Häufige Fragen zur MPU wegen Cannabis

Führt Cannabis nach der Legalisierung 2024 trotzdem zur MPU? Ja. Die MPU-Pflicht ergibt sich aus dem Straßenverkehrsrecht, nicht aus dem Betäubungsmittelrecht. Die Legalisierung hat an den verkehrsrechtlichen Konsequenzen nichts Wesentliches geändert.

Wie lange ist THC nachweisbar? Im Blut: wenige Stunden bis ein bis zwei Tage. Im Urin: bei Gelegenheitskonsumenten drei bis vier Tage, bei regelmäßigem Konsum bis zu vier Wochen oder länger. In der Haaranalyse: Monate.

Ab welchem Wert droht eine MPU? Es gibt keinen festen Schwellenwert für die MPU-Anordnung – anders als beim Führerscheinentzug (Grenzwert 3,5 ng/ml THC). Die Behörde entscheidet im Einzelfall.

Muss ich bei Cannabis-MPU vollständig abstinent sein? Das hängt von den Umständen ab. Bei regelmäßigem Konsum oder Hinweisen auf Abhängigkeit wird in der Regel Abstinenz verlangt.

Was passiert bei Mischkonsum Alkohol + Cannabis? Mischkonsum wird besonders streng bewertet. Die kombinierte Wirkung verstärkt sich gegenseitig. Im MPU-Verfahren wird Mischkonsum als besonderer Risikofaktor gewertet.


Fazit

Die Legalisierung von Cannabis hat viele Menschen in der Hoffnung gelassen, dass sich damit auch das MPU-Recht entspannt. Das ist bisher nur bedingt der Fall. Wer wegen Cannabis im Straßenverkehr aufgefallen ist, muss mit denselben Anforderungen rechnen wie bei anderen Substanzen.

ℹ️ Hinweis: Diese Seite enthält allgemeine Informationen. Rechtliche und medizinische Fragen zu Ihrem konkreten Fall sollten Sie mit einem spezialisierten Berater oder Anwalt klären.

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