Die Kosten rund um eine MPU werden von den meisten Betroffenen unterschätzt. Dieser Artikel gibt eine realistische Übersicht über alle anfallenden Kosten — von der Begutachtung über die Vorbereitung bis hin zu Abstinenznachweisen und der Wiedererteilung.
Übersicht: Was kostet eine MPU insgesamt?
| Kostenposition | Typischer Bereich | Pflicht? |
|---|---|---|
| MPU-Begutachtung (bei Gutachterstelle) | 600 – 900 € | Ja |
| MPU-Vorbereitung (Berater) | 300 – 1.500 € | Nein, aber empfohlen |
| Abstinenznachweise (Haare, Urin, Blut) | 100 – 500 € | Je nach Delikt |
| Führerschein-Neuausstellung | 25 – 50 € | Ja |
| Sehtest | 10 – 25 € | Ja (in der Regel) |
| Erste-Hilfe-Kurs (je nach Dauer des Entzugs) | 20 – 60 € | Manchmal |
Gesamtkosten realistisch: 1.000 – 3.000 € je nach Delikt, Aufwand und Anzahl der Vorbereitungsstunden.
Kosten der MPU-Begutachtung
Die Begutachtung selbst kostet je nach Stelle und Umfang zwischen 600 und 900 Euro. Die Preise sind nicht reguliert — ein Vergleich lohnt sich. Inbegriffen sind in der Regel: Leistungstest, Fragebogen, ärztliche Untersuchung und psychologisches Gespräch. Für die Auswertung und das Gutachten fällt kein gesonderter Betrag an.
Kosten der MPU-Vorbereitung
Ein professioneller MPU-Berater kostet je nach Stundenanzahl, Region und Qualifikation zwischen 80 und 200 Euro pro Sitzung. Für eine solide Vorbereitung werden in der Regel 5–10 Sitzungen empfohlen — das ergibt 400 bis 2.000 Euro.
Günstigere Angebote (Online-Kurse, Gruppencoaching) sind möglich, aber weniger individuell.
Kosten für Abstinenznachweise
Bei Alkohol- oder Drogen-MPU sind Abstinenznachweise häufig Pflicht. Je nach angefordertem Zeitraum fallen Kosten für folgende Untersuchungen an:
- Haaranalyse (3 oder 6 Monate): 100 – 200 €
- Urinscreening (mehrere Termine über Wochen): 60 – 150 € gesamt
- Blutuntersuchung (CDT, MCV, Leberenzyme): 40 – 80 € je Termin
Welche Nachweise konkret benötigt werden, ergibt sich aus der MPU-Anordnung. Im Zweifel klärt ein MPU-Berater die genauen Anforderungen.
Wer trägt die Kosten?
Die Kosten für MPU und Vorbereitung trägt vollständig der Betroffene selbst. Es gibt keine staatliche Kostenübernahme. Rechtsschutzversicherungen übernehmen in manchen Fällen Anwaltskosten, selten aber MPU-Kosten. Prüfen Sie Ihre Versicherungspolice oder fragen Sie direkt nach.
Häufige Fragen zu den MPU-Kosten
Muss ich die MPU bezahlen, auch wenn ich sie nicht bestehe?
Ja. Die Kosten der Begutachtung fallen unabhängig vom Ergebnis an.
Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?
In der Regel nein — da es sich um private Ausgaben handelt. Bei beruflicher Nutzung des Führerscheins sind Ausnahmen möglich; klären Sie das mit einem Steuerberater.
Gibt es günstigere Gutachterstellen?
Ja, Preisunterschiede von 100–200 Euro zwischen Stellen sind normal. Achten Sie aber nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Wartezeiten und Erreichbarkeit.