Ausbildung zum MPU-Berater

Wer Menschen professionell auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung vorbereiten möchte, braucht mehr als Kenntnisse über den Ablauf einer MPU.

Eine fundierte Ausbildung muss vermitteln, wie Fahreignung beurteilt wird, wie problematische Verhaltensweisen entstehen, wie tragfähige Veränderungen entwickelt werden und wo die fachlichen Grenzen eines MPU-Beraters liegen.

Die derzeit angebotene Ausbildung wird von Kurt Stranz durchgeführt und besteht aus den Ausbildungsstufen G1 und G2 mit anschließender Prüfung.

MPU direkt informiert über Berufsbild, Voraussetzungen, Ausbildungsinhalte und den aktuellen Ausbildungsweg und vermittelt Interessenten an das bestehende Ausbildungsangebot.

Was ist das Ziel der Ausbildung?

Ziel ist die fachliche Vorbereitung auf eine professionelle Tätigkeit in der MPU-Beratung.

Teilnehmer sollen nach der Ausbildung nicht lediglich wissen, welche Fragen während einer MPU gestellt werden könnten.

Sie sollen verstehen:

  • warum eine MPU angeordnet wird,
  • wie Fahreignung beurteilt wird,
  • welche Anforderungen sich aus unterschiedlichen MPU-Anlässen ergeben,
  • wie problematische Verhaltensmuster entstehen,
  • wie Veränderungsprozesse begleitet werden,
  • welche Rolle Abstinenz und andere Nachweise spielen können,
  • wie MPU-Gutachten aufgebaut und eingeordnet werden,
  • und wie Klienten verantwortungsvoll auf die Begutachtung vorbereitet werden.

Seriöse MPU-Beratung bedeutet deshalb nicht, Antworten auswendig zu lernen oder eine passende Geschichte für das psychologische Gespräch zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht eine nachvollziehbare und stabile Veränderung.

Für wen eignet sich die Ausbildung?

Die Ausbildung richtet sich insbesondere an Menschen, die bereits beruflich mit Beratung, Psychologie, Pädagogik oder Straßenverkehr arbeiten oder sich in diesem Bereich neu qualifizieren möchten.

Geeignete Hintergründe können beispielsweise sein:

  • Fahrlehrer,
  • Psychologen,
  • Coaches und Berater,
  • Pädagogen und Sozialpädagogen,
  • Suchtberater,
  • Heilpraktiker für Psychotherapie,
  • Fachkräfte aus sozialen oder beratenden Berufen,
  • geeignete Quereinsteiger.

Vorkenntnisse aus Psychologie, Coaching oder Beratung sind hilfreich, aber grundsätzlich keine zwingende Voraussetzung.

Entscheidend sind Interesse am Fachgebiet, die Fähigkeit zur Arbeit mit Menschen, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich intensiv mit Fahreignung, Psychologie und Veränderungsprozessen auseinanderzusetzen.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung besteht derzeit aus zwei aufeinander aufbauenden Ausbildungsstufen:

G1 – Grundlagen der MPU-Beratung

G1 vermittelt die theoretischen und fachlichen Grundlagen.

Dazu gehören insbesondere:

  • MPU-Anlässe und typische Fragestellungen,
  • Grundlagen des Fahrerlaubnisrechts,
  • Aufbau des MPU-Systems,
  • Begutachtungskriterien,
  • Grundlagen der Psychologie,
  • pädagogische Grundlagen,
  • Alkohol,
  • Drogen und Cannabis,
  • Gefährdung, Missbrauch und Abhängigkeit,
  • Gesprächsführung,
  • rechtliche und verwaltungsrechtliche Grundlagen,
  • Grundlagen professioneller Beratung.

G1 schafft damit das Fundament für die spätere praktische Arbeit.

G2 – Vertiefung und praktische Fallarbeit

G2 baut auf den Grundlagen auf und konzentriert sich stärker auf die praktische Anwendung.

Dazu gehören unter anderem:

  • Medizin,
  • Toxikologie,
  • vertiefende Psychologie,
  • psychotherapeutische Grundlagen und fachliche Abgrenzung,
  • Verwaltungsrecht,
  • Gutachtenanalyse,
  • Fallarbeit,
  • Alkohol-Fälle,
  • Drogen-Fälle,
  • Verkehrsauffälligkeiten,
  • Straftaten,
  • schwierige und kombinierte Fallkonstellationen,
  • praktische Beratungssituationen,
  • Prüfungsvorbereitung.

Die Ausbildung verbindet damit Fachwissen mit konkreter Fallarbeit.

Was muss ein MPU-Berater fachlich beherrschen?

MPU-System und Fahrerlaubnisrecht

Berater müssen verstehen, warum eine MPU angeordnet wird, welche Rolle die Fahrerlaubnisbehörde spielt und welche unterschiedlichen Fragestellungen möglich sind.

Fahreignungsbegutachtung

Entscheidend ist das Verständnis dafür, nach welchen fachlichen Maßstäben Fahreignung beurteilt wird. Dazu gehören Begutachtungsleitlinien, Beurteilungskriterien, Fallhypothesen, Prognosen und die Bewertung von Veränderungsprozessen.

Alkohol, Drogen und Cannabis

Berater müssen unterschiedliche Konsummuster und Problemlagen verstehen und erkennen können, welche fachlichen Anforderungen im jeweiligen Fall relevant sind.

Medizin und Toxikologie

MPU-Berater sind keine Ärzte. Sie sollten jedoch grundlegende Zusammenhänge des medizinischen Untersuchungsteils, von Abstinenzprogrammen, Urinscreenings, Haaranalysen und toxikologischen Befunden verstehen.

Psychologie und Veränderung

Ein zentraler Teil professioneller MPU-Beratung besteht darin, mit dem Klienten die Ursachen früheren Verhaltens zu verstehen und tragfähige zukünftige Strategien zu entwickeln.

Gesprächsführung

Gute Beratung erfordert strukturierte Gesprächsführung, Anamnese, Reflexion, aktives Zuhören und die Fähigkeit, Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.

Gutachtenanalyse

Ein MPU-Berater sollte verstehen, wie MPU-Gutachten aufgebaut sind und warum ein Gutachter zu einer bestimmten Prognose gekommen ist.

Praktische Fallarbeit

Theorie reicht nicht. Deshalb spielen konkrete Fallkonstellationen und deren fachliche Bearbeitung eine zentrale Rolle in der Ausbildung.

Online oder Präsenz?

G1 und G2 werden grundsätzlich online durchgeführt. Dadurch ist eine Teilnahme unabhängig vom Wohnort möglich.

Bei entsprechender Nachfrage können Ausbildungsabschnitte beziehungsweise Kurse auch in Präsenz angeboten werden. Die jeweils aktuelle Form wird mit dem konkreten Ausbildungstermin bekannt gegeben.

Wie läuft die Prüfung ab?

Nach Abschluss der Ausbildung besteht die Möglichkeit, die Prüfung zum geprüften MPU-Berater beziehungsweise Kraftfahreignungsberater abzulegen.

Die Prüfung umfasst derzeit einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Der Prüfungsausschuss besteht aus:

  • einem Diplom-Psychologen,
  • einem Vertreter des DVPK,
  • einem erfahrenen MPU-Berater.

Die Prüfung wird durch den DVPK begleitet beziehungsweise abgenommen.

Was ist der DVPK?

Der DVPK ist der Deutsche Verband der Psychologen und Kraftfahreignungsberater e. V. Er fungiert als Interessenvertretung und ist in das Prüfungsverfahren eingebunden.

Wichtig ist dabei die rechtliche Einordnung: Die Prüfung beziehungsweise das Zertifikat ist keine staatliche Berufszulassung und keine staatlich geregelte Berufsausbildung. Es handelt sich um einen fachlichen Qualifikationsnachweis im Rahmen des Verbandssystems.

Was bedeutet „geprüfter MPU-Berater“?

Die Bezeichnung dokumentiert, dass die jeweilige Prüfung nach den hierfür vorgesehenen fachlichen Kriterien erfolgreich absolviert wurde.

Sie darf nicht mit einem staatlich geschützten Beruf oder einer staatlichen Anerkennung verwechselt werden. Entscheidend für die Qualität eines Beraters bleiben Ausbildung, Fachwissen, praktische Erfahrung, laufende Fortbildung und verantwortungsvolle Beratung.

Was passiert nach der Ausbildung?

Eine gute MPU-Beratung entwickelt sich nicht ausschließlich im Seminarraum. Deshalb endet die fachliche Begleitung nicht zwingend mit der Prüfung.

Zum bestehenden Umfeld gehören beziehungsweise können gehören:

  • Supervision,
  • Fallbesprechungen,
  • Unterstützung bei schwierigen Fällen,
  • fachlicher Austausch,
  • Fortbildungen,
  • Beraternetzwerk,
  • Unterstützung beim Aufbau der eigenen Beratung,
  • Weitergabe beziehungsweise Vermittlung geeigneter Anfragen.

Gerade bei anspruchsvollen Fällen ist es sinnvoll, auf ein fachliches Netzwerk zurückgreifen zu können.

Kann man nach der Ausbildung selbstständig arbeiten?

Grundsätzlich kann MPU-Beratung auch selbstständig angeboten werden. Die Berufsbezeichnung „MPU-Berater“ ist nicht staatlich geschützt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Tätigkeit automatisch erlaubt oder fachlich sinnvoll ist.

Insbesondere die Grenzen zu:

  • Psychotherapie,
  • medizinischer Beratung,
  • Rechtsberatung,
  • amtlicher Begutachtung

müssen beachtet werden. Wer selbstständig arbeiten möchte, sollte deshalb sowohl fachliche als auch organisatorische und wirtschaftliche Voraussetzungen kennen.

MPU-Berater: Verdienst & Selbstständigkeit

Muss man Psychologe sein?

Nein. Für die allgemeine Tätigkeit beziehungsweise Bezeichnung als MPU-Berater ist kein Psychologiestudium vorgeschrieben.

Psychologische und verkehrspsychologische Kompetenz spielt für professionelle Beratung jedoch eine zentrale Rolle. Daher sollte eine Ausbildung genau diese Kenntnisse fundiert vermitteln und gleichzeitig die Grenzen der eigenen Qualifikation transparent machen.

Welche Voraussetzungen braucht ein MPU-Berater?

Kann man als Fahrlehrer MPU-Berater werden?

Ja. Fahrlehrer bringen bereits wichtige Grundlagen mit: Straßenverkehr, Fahrerlaubnissystem, pädagogische Erfahrung, Arbeit mit Menschen und Kenntnisse typischer Verkehrsauffälligkeiten.

Zusätzlich benötigen sie insbesondere Wissen über Psychologie, Fahreignungsbegutachtung, Alkohol und Drogen, Veränderungsprozesse und Gutachtenanalyse.

Für Fahrlehrer kann MPU-Beratung daher eine sinnvolle Zusatzqualifikation darstellen.

Kann man als Quereinsteiger teilnehmen?

Auch ein Quereinstieg ist grundsätzlich möglich. Vorkenntnisse in Psychologie, Coaching oder Beratung sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.

Entscheidend ist, ob der Interessent bereit und geeignet ist, sich intensiv mit den fachlichen und persönlichen Anforderungen professioneller MPU-Beratung auseinanderzusetzen.

Wie geht es weiter?

Wenn Sie sich für die Ausbildung zum MPU-Berater interessieren, prüfen wir zunächst gemeinsam, ob die Ausbildung zu Ihrem beruflichen Hintergrund und Ihren Zielen passt.

Dazu benötigen wir nur einige Angaben:

  • Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit,
  • Ihre Motivation für die MPU-Beratung,
  • Ihren gewünschten Startzeitpunkt,
  • Ihre Kontaktdaten.

Aktueller Anbieter

Die Ausbildung wird derzeit noch von Kurt Stranz angeboten und durchgeführt.

MPU direkt übernimmt bereits die Information über Berufsbild, Voraussetzungen und Ausbildung und führt Interessenten an das bestehende Ausbildungsangebot heran.

Perspektivisch soll das gesamte Ausbildungsmodell auf Marco übergehen und anschließend fachlich und organisatorisch weiterentwickelt werden.

Weiterführende Informationen

Fachlicher Anspruch

Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an den Anforderungen professioneller MPU-Beratung und berücksichtigen insbesondere Fahrerlaubnisrecht, Fahreignungsbegutachtung, Psychologie, Alkohol- und Drogenfragestellungen, medizinische und toxikologische Grundlagen, Gesprächsführung, Gutachtenanalyse und praktische Fallarbeit.

Die Inhalte müssen laufend an Änderungen der rechtlichen und fachlichen Grundlagen angepasst werden.

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