Kurz eingeordnet
Bei einer Drogen-MPU musst du nicht automatisch auch Alkoholabstinenz nachweisen. Alkohol kann aber wichtig werden, wenn du abhängig bist, problematischen Mischkonsum hattest oder sich die Wirkung von Alkohol und Drogen verstärkt hat. Auch wenn du seit dem Drogenverzicht häufiger trinkst, muss das betrachtet werden. Dann kann Alkoholverzicht zu der Veränderung gehören, die für eine positive MPU nötig ist. Entscheidend ist deine gesamte Konsumgeschichte, nicht nur die Bezeichnung „Drogen-MPU“. Kläre vor Beginn des Programms, ob zusätzlich auf EtG, ein Alkoholabbauprodukt, oder einen anderen Alkoholmarker untersucht werden muss. Frag auch nach dem benötigten Zeitraum.
Herkunft und Quellenbezug
Die Fragestellung wurde anonymisiert und aus öffentlichen Diskussionen gebündelt. Die Fundstellen belegen den Fragebedarf; ob Alkohol im Einzelfall relevant ist, ergibt sich aus Akte, Fragestellung und fachlicher Bewertung.
Weitere 6 Quellen
- Juraforum: MPU Drogen aber kein Alkohol – trotzdem Alkoholabstinenznachweisforderung von MPU-Stelle?
- Gesetze im Internet: Anlage 4a FeV – Grundsätze für Untersuchungen, Gutachten und Abstinenzbelege
- Gesetze im Internet: Anlage 4 FeV – Eignung und bedingte Eignung
- amtliche Primärquelle: BASt – Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung – Kap. 2, 3.13.1.1/1.2, 3.13.2.1/2.2, 3.14.1/14.2; besonders S. 72, 77–78, 83
- amtliche Primärquelle: FeV Anlage 4a – Nr. 1 a–f und Nr. 2
- Primärinformation der Herausgeber: DGVP/DGVM – Überblick Änderungen Beurteilungskriterien, 5. Auflage – A1.3, A2, D2.4/2.5, D3.6N, CTU-Abschnitt
Einordnung aus der Praxis
Notiere, wann du Alkohol zusammen mit Drogen genommen hast und wie sich dein Trinken seit dem Drogenverzicht entwickelt hat. Frag die Kontrollstelle, ob dein Programm nur Drogen oder auch Alkohol erfasst. Ein negativer Drogentest ist nicht automatisch ein anerkannter Nachweis für Alkoholabstinenz.
Schau, ob Alkohol inzwischen die Aufgabe übernommen hat, die vorher die Droge hatte: abschalten, einschlafen, Kontakte finden oder unangenehme Gefühle dämpfen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du jetzt alkoholabhängig bist. Für deinen weiteren Weg ist aber wichtig, wie du diese Bedürfnisse ohne einen Wechsel zur nächsten Substanz bewältigst.