Drogen, Alkohol & Mischkonsum

Warum kann bei einer Drogen-MPU auch Alkohol oder ein zusätzlicher Alkohol-Abstinenznachweis relevant werden?

Kurz eingeordnet

Bei einer Drogen-MPU musst du nicht automatisch auch Alkoholabstinenz nachweisen. Alkohol kann aber wichtig werden, wenn du abhängig bist, problematischen Mischkonsum hattest oder sich die Wirkung von Alkohol und Drogen verstärkt hat. Auch wenn du seit dem Drogenverzicht häufiger trinkst, muss das betrachtet werden. Dann kann Alkoholverzicht zu der Veränderung gehören, die für eine positive MPU nötig ist. Entscheidend ist deine gesamte Konsumgeschichte, nicht nur die Bezeichnung „Drogen-MPU“. Kläre vor Beginn des Programms, ob zusätzlich auf EtG, ein Alkoholabbauprodukt, oder einen anderen Alkoholmarker untersucht werden muss. Frag auch nach dem benötigten Zeitraum.

Herkunft und Quellenbezug

Die Fragestellung wurde anonymisiert und aus öffentlichen Diskussionen gebündelt. Die Fundstellen belegen den Fragebedarf; ob Alkohol im Einzelfall relevant ist, ergibt sich aus Akte, Fragestellung und fachlicher Bewertung.

Quelle: VerkehrsportalOriginaltitel: Alkohol Abstinenz bei Drogen Mpu?Originalquelle öffnen
Weitere 6 Quellen

Einordnung aus der Praxis

Marco SchleehuberPraxis & Vorbereitung

Notiere, wann du Alkohol zusammen mit Drogen genommen hast und wie sich dein Trinken seit dem Drogenverzicht entwickelt hat. Frag die Kontrollstelle, ob dein Programm nur Drogen oder auch Alkohol erfasst. Ein negativer Drogentest ist nicht automatisch ein anerkannter Nachweis für Alkoholabstinenz.

Holger VierlingBegleitung & Veränderungsprozess

Schau, ob Alkohol inzwischen die Aufgabe übernommen hat, die vorher die Droge hatte: abschalten, einschlafen, Kontakte finden oder unangenehme Gefühle dämpfen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du jetzt alkoholabhängig bist. Für deinen weiteren Weg ist aber wichtig, wie du diese Bedürfnisse ohne einen Wechsel zur nächsten Substanz bewältigst.