Alkohol & Abstinenz

Kann eine Alkohol-MPU nach einer Fahrt mit 2,25 Promille ohne Abstinenznachweis bestanden werden, oder ist Abstinenz in so einem Fall zu erwarten?

Kurz eingeordnet

Aus 2,25 Promille allein lässt sich keine verlässliche Zusage ableiten, dass eine MPU ohne Abstinenznachweis bestanden werden kann. Entscheidend ist die fachliche Einordnung deiner bisherigen Alkoholproblematik und der erforderlichen Veränderung. Kläre vor der Terminplanung, ob Abstinenz zu dieser Strategie gehört und wie sie gegebenenfalls belegt werden muss.

Herkunft und Quellenbezug

Die Fragestellung wurde anonymisiert und redaktionell aus einer öffentlich zugänglichen Diskussion zusammengefasst.

Quelle: MPU-Vorbereitung-OnlineOriginaltitel: TF mit 2,25 ‰ - MPU ohne Abstinenz möglich? MPU sogar legal umgehen?Originalquelle öffnen

Einordnung aus der Praxis

Marco SchleehuberPraxis & Vorbereitung

Besprich die Frage nach Nachweisen zusammen mit deiner Trinkentwicklung und dem Vorfall. Lege vorhandene Unterlagen vor und frage konkret, welche Vorbereitung noch fehlt. Einen MPU-Termin nur auf die Hoffnung zu stützen, dass kein Nachweis verlangt wird, ersetzt diese Klärung nicht.

Holger VierlingBegleitung & Veränderungsprozess

Prüfe für dich, was hinter dem Wunsch steht, ohne Abstinenz auszukommen: praktische Belastungen, Unsicherheit oder die Bedeutung von Alkohol im Alltag. Beschreibe diese Gründe offen, ohne schon eine gewünschte Antwort vorwegzunehmen. Das hilft, eine Veränderung zu besprechen, die du tatsächlich tragen kannst.

Kurt StranzKriterien & fachliche Einordnung

Ob eine MPU angeordnet wird, welche Veränderung erforderlich ist und wie diese belegt werden soll, sind getrennte Fragen. Ein hoher Messwert allein ersetzt weder die gesamte Einordnung des früheren Konsums noch eine Bewertung des heutigen Umgangs. Daraus sollte weder eine Erfolgsgarantie noch eine pauschale Monatsvorgabe entstehen.