Kurz eingeordnet
Ein Cannabisrezept schützt dich nicht automatisch vor einer MPU. Du musst trotz Behandlung sicher fahren können. Die Ausnahme für Arzneimittel in § 24a Absatz 4 StVG gilt nur, wenn du das verschriebene Mittel wie verordnet für deine konkrete Erkrankung einnimmst. Für die Fahreignung werden außerdem deine Erkrankung, Wirkung und Nebenwirkungen, die zuverlässige Einnahme und möglicher zusätzlicher Konsum betrachtet. Ein späteres Rezept erledigt frühere Konsumprobleme nicht. Halte Arztberichte, Präparat, Dosierung, Einnahmeplan und Angaben zu anderen Medikamenten bereit. Kläre mit deiner Arztpraxis und der MPU-Stelle, was untersucht werden muss. Ändere deine Medikamente nicht auf eigene Faust.
Herkunft und Quellenbezug
Die Fragestellung wurde anonymisiert und redaktionell aus mehreren öffentlich zugänglichen Diskussionen gebündelt.
Weitere 9 Quellen
- MPU-Vorbereitung-Online: Cannabispatient und jetzt MPU!
- Reddit: MPU als ehemaliger Cannabispatient
- Reddit: Bitte um Erfahrung bei MPU mit Cannabis Rezept
- Reddit: Fachärztliches Gutachten bei Medizinalcannabis & Depression in Ingolstadt
- amtliche Primärquelle: StVG § 24a – Abs. 1, 1a, 2a, 4
- amtliche Primärquelle: FeV Anlage 4 – Vorbemerkung 3; Nr. 8, 9.1, 9.2, 9.6
- amtliche Primärquelle: FeV § 11 – Eignung – Abs. 2, Abs. 3 Nr. 4–7, Abs. 6–8, Abs. 10
- amtliche Primärquelle: BASt – Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung – Kap. 2, 3.13.1.1/1.2, 3.13.2.1/2.2, 3.14.1/14.2; besonders S. 72, 77–78, 83
- Primärinformation der Herausgeber: DGVP/DGVM – Überblick Änderungen Beurteilungskriterien, 5. Auflage – A1.3, A2, D2.4/2.5, D3.6N, CTU-Abschnitt
Einordnung aus der Praxis
Bitte deine Arztpraxis um einen Bericht: Seit wann besteht die Behandlung? Was soll sie verbessern? Wie werden Wirkung und Nebenwirkungen kontrolliert? Sag auch offen, ob du zusätzlich Cannabis, Alkohol oder andere Mittel konsumiert hast. Ein solcher Bericht kann helfen, ersetzt aber nicht automatisch das Gutachten, das die Behörde verlangt.
Eine Behandlung mit Cannabis ist anders zu beurteilen als Freizeitkonsum oder eine eigenmächtige Erhöhung der Dosis. Zusätzliche Drogenprobleme müssen ebenfalls gesondert betrachtet werden. Ein Nachweisprogramm, das durchgehend negative THC-Werte verlangt, kann bei einer laufenden Cannabisbehandlung unpassend sein. Kläre deshalb zuerst, ob es um Risiken der Behandlung, frühere Konsumprobleme oder beides geht.