THC-Werte

Was bedeutet der neue THC-Grenzwert für eine mögliche MPU und die Beurteilung meiner Fahreignung?

Kurz eingeordnet

Ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum kann eine Fahrt mit einem Kraftfahrzeug als Cannabis-Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Diese Grenze entscheidet aber weder darüber, ob du sicher fahren kannst, noch darüber, ob du zur MPU musst. Für eine MPU zählen nach § 13a der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) vor allem wiederholte Verstöße oder konkrete Hinweise auf Cannabismissbrauch. In der Probezeit und unter 21 Jahren gelten zusätzliche Verbote nach § 24c StVG: Dort sind 3,5 ng/ml keine allgemeine Erlaubnisgrenze. Bei mindestens 3,5 ng/ml ist zusätzlicher Alkoholkonsum eine eigene Ordnungswidrigkeit, auch unter 0,5 Promille. Für verschriebene Medikamente gibt es eine Ausnahme, wenn sie wie verordnet eingenommen werden. Prüfe, welche dieser Regeln auf deinen Fall zutrifft.

Herkunft und Quellenbezug

Die Fragestellung wurde anonymisiert und redaktionell aus einer öffentlich zugänglichen Diskussion zusammengefasst.

Quelle: GutefrageOriginaltitel: Neuer THC-Grenzwert – was ist nun mit der MPU?Originalquelle öffnen
Weitere 4 Quellen

Einordnung aus der Praxis

Kurt StranzKriterien & fachliche Einordnung

Hier sind drei Fragen zu unterscheiden: Droht ein Bußgeld? Konntest du bei der Fahrt sicher fahren? Und kannst du auch künftig zuverlässig sicher am Verkehr teilnehmen? Auch unter 3,5 ng/ml kann eine Straftat vorliegen, wenn du tatsächlich fahruntüchtig warst. Ein Rezept ist ebenfalls kein Freibrief: Die Ausnahme gilt für die Einnahme wie verordnet zur Behandlung deiner konkreten Erkrankung.